Beginnen wir mit einem Gedankenexperiment

Stell dir einmal vor:

Eine dir FREMDE Person, deren Sprache du nicht verstehst, bestimmt über DEIN ganzes Leben:

* Wo, wie und mit wem du zusammen WOHNST…
* Wo, wann und wie lange du SCHLAFEN darfst…
* Wann, was und wie viel du ESSEN darfst…
* Ob, wo und wie lange du ALLEINE bleiben musst…
* Ob und mit wem du dich UNTERHALTEN und REDEN darfst…
* Ob und welche KLEIDUNG und SCHUHE du tragen darfst…
* Ob und wann du dich WASCHEN darfst…
* Wann du aufs KLO gehen darfst…
* Ob, mit wem und wie lange du wo KUSCHELN darfst…
* Ob, wann und wie lange du SPAZIERENGEHEN darfst…
* Ob du dann selbst dein Tempo und die Richtung bestimmen darfst, oder die ganze Zeit nahe bei dieser Person gehen musst…
* Ob, wann und mit wem du dich wie lange TREFFEN und SPASS haben darfst…
* Wann und welche AKTIVITÄTEN und HOBBIES du ausüben darfst…
* Ob, wie oft und mit wem du SEX haben darfst…
* Ob, mit wem und wie oft du KINDER bekommst…
* Ob du die KINDER BEHALTEN darfst, oder ob und wann sie dir WEGGENOMMEN        werden…
* Ob, wie und von wem du versorgt wirst wenn du KRANK bist…
* Wie und wann du STERBEN wirst…

Genau SO geht es unseren HUNDEN bzw. allen Haus- und Nutztieren.
 

(Ein Artikel in der Hundezeitschrift „Der Familienhund“ 13. Jahrgang 02/2021 über „Grenzen setzen in der Hundeerziehung“ von Martina Maier-Schmid hat mich berührt und dazu inspiriert, diese Zeilen zu verfassen.)

 

Was denkst du?

Welche Person würdest DU dir wünschen?

* Jemanden der geduldig versucht, dir zu vermitteln was er/sie von dir möchte?
* Jemanden der deine Bedürfnisse VERSTEHT und auf sie eingeht?
* Du verstehst die Sprache nicht, spürst aber, wenn er/sie FREUNDLICH und gut gelaunt ist.
* Er/sie BELOHNT und LOBT dich, wenn du etwas gut gemacht hast.

Unsere Hunde/Tiere VERDIENEN einen freundlichen, respektvollen und fairen Umgang!!

Alleine dafür, dass sie sich uns, unserer Lebensweise und unserem Lebensraum anpassen (müssen)! 

 
Im Hundetraining soll es immer um das Wohl des Tieres gehen! Das ist mein Wunsch und mein Ziel! 

Positive Verstärkung

Die Grundlage meines Hundetrainings basiert auf positiver Verstärkung. Das bedeutet, der Hund wird für erwünschtes Verhalten belohnt und zeigt dieses Verhalten dann öfter, weil es sich für ihn LOHNT!
Das erzeugt beim Hund ein positives Gefühl, er wird die Signale freudig ausführen und alle Beteiligten haben Spaß an der gemeinsamen Aktivität.

Es gibt einige Grundsätze die für diese Art des Trainings wichtig sind. Wenn du diese verstanden hast, bist du auf dem besten Weg, einen höflichen und glücklichen Hund zum besten Freund zu haben. 

Gewaltfreies Hundetraining

Der oben angeführte Trainingsstil schließt Gewalt automatisch aus und dennoch möchte ich hier ein paar Worte dazu schreiben.

Wir werden überhäuft von Informationen über Hundeerziehung. Ob in zahllosen Büchern, sozialen Netzwerken, im Fernsehen oder von Menschen, die es einfach zu wissen glauben.

Viele Erklärungen klingen vernünftig und plausibel und versprechen oft eine schnelle Lösung. In der Anwendung fühlt sich das aber dann nicht immer stimmig an und wird mehr oder weniger halbherzig umgesetzt, ohne langfristig den erhofften Erfolg zu erzielen - im besten Fall!
Im schlimmsten Fall wird das Problem noch verstärkt, es kommen neue Probleme dazu und/oder die Vertrauensbasis zwischen deinem Hund und dir wird nachhaltig zerstört.

Gewalt erzeugt Stress beim Hund. Unter diesen Bedingungen ist Lernen für den Hund nicht möglich.

Glücklicherweise gibt es langsam aber sicher ein Umdenken. Hunde sind heutzutage nicht mehr nur "Arbeitstiere" die unter allen Umständen "funktionieren" müssen, sondern Freund, Familienmitglied oder sogar Seelenverwandter.

Bei meiner Arbeit als energetische Tierkinesiologin begegnen mir Tiere und somit auch Hunde mit Emotionen und traumatischen Erfahrungen. 

Mit dieser Sichtweise möchte ich dich im Hundetraining begleiten und anleiten.

Ausdrucksverhalten

Für das Verhalten des Hundes sind mehrere Faktoren verantwortlich: Die Rasse, die Erbanlagen von Vater und Mutter, die bisher gemachten Erfahrungen und sein Umfeld, in dem er sich gerade befindet. 

Unsere Hunde leisten großartiges, um sich an unseren Lebensraum anzupassen! Das ist nicht immer leicht und manchmal entwickeln sie Verhaltensweisen, die unerwünscht sind, weil sie mit diesem Verhalten eine Strategie im Umgang mit Konfliktsituationen entwickeln. Wenn sie mit dieser Strategie einmal Erfolg hatten, weil sie erreichen konnten, dass ihre Bedürfnisse in diesem Moment erfüllt werden, ist es somit eine „positive“ Lernerfahrung. 

Wenn der Hund z. B. bei Hundebegegnungen das „Bedürfnis“ nach Distanz hat, dieses jedoch erst erfüllt wird, wenn sich der „bedrängte“ Hund aggressiv verhält, wird er sich diese Lernerfahrung bei der nächsten Begegnung in Erinnerung rufen.

Um solch unerwünschtes Verhalten zu vermeiden, muss ich meinen Hund kennen und ihn „lesen“ können: Was „braucht“ er gerade? Was möchte er mir „sagen“?
Hunde „sprechen“ mit ihrem Körper. Sie zeigen es uns. Das ist das sogenannte Ausdrucksverhalten. 

Wenn wir das verstehen, darauf eingehen und dem Hund eine Verhaltensstrategie zeigen, die unserem Verständnis von „nettem“ Verhalten entspricht, wird unser Hund diese Strategie dankend übernehmen und uns voll und ganz Vertrauen.


Einander Kennenlernen

Auch wenn du schon einmal einen Hund hattest – jeder Hund ist anders! Und jeder Hund ist auf seine Weise liebenswert und kann für den jeweiligen Menschen „perfekt“ sein. 

Eine vertrauensvolle Beziehung zueinander aufzubauen heißt auch, auf den anderen einzugehen und auch manchmal Kompromisse zu machen. Es ist ein spannender Weg, die menschlichen Bedürfnisse mit den hündischen Bedürfnissen in Einklang zu bringen.

Hier gibt es NICHT den EINEN richtigen Weg! Jeder Mensch ist einzigartig + jeder Hund ist einzigartig = jedes Mensch-Hund-Team ist EINZIGARTIG!! 

Machen wir uns auf eine spannende Reise, EUREN Weg zu finden! Für ein harmonisches Zusammenleben mit DEINEM „perfekten“ Hund!